Tarif Zimmerer Entgelttabelle & Gehälter
Das Zimmererhandwerk fällt vertraglich in das stark regulierte Bauhauptgewerbe (BRTV). Hier gibt es bundesweit geltende Mindestlöhne 1 und 2 sowie strenge SOKA-BAU Vorgaben. Die Ecklöhne hier sind an die Bau-Tarife angelehnt.
Was verdient ein Zimmerer nach dem aktuellen Tarifvertrag?
Ein Zimmerer verdient laut aktuellem Tarifvertrag (Bauhauptgewerbe (Rahmentarifvertrag BRTV) – Stand April 2025, gültig ab 01.04.2025) im Durchschnitt 3.800€ bis 4.300€ brutto pro Monat. Der tarifliche Stundenlohn liegt bei 22,73€ bis 25,00€. Tarifpartner sind Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), Hauptverband (HDB) und IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU).
Tarifvertrag
Bauhauptgewerbe (Rahmentarifvertrag BRTV) – Stand April 2025
Gültig ab
01.04.2025
Wochenarbeitszeit
40 Stunden
Urlaubstage
30 Tage
Entgelttabelle Zimmerer
Alle Angaben sind Bruttowerte. Regionale Unterschiede möglich.
| Gruppe | Beschreibung | Beispiele | Stundenlohn | Monatsgehalt |
|---|---|---|---|---|
| Lohnkombinationsgruppe 1 | Bauhelfer (Bau-Mindestlohn 1) | Bauarbeiter, Helfer auf dem Abbund | 13,50 - 14,50 € | 2.300 - 2.500 € |
| Lohnkombinationsgruppe 2 | Werker / Maschinenführer (Bau-Mindestlohn 2) | Kranführer (einfach), Maschinenhelfer im Holzbau | 16,00 - 18,00 € | 2.700 - 3.100 € |
| Lohnkombinationsgruppe 3 | Zimmerergeselle nach Ausbildung (Facharbeiter) | Zimmerergeselle, Facharbeiter im Abbund | 22,73 - 25,00 € | 3.800 - 4.300 € |
| Lohnkombinationsgruppe 4 | Spezialisierter Facharbeiter (Polierfähigkeit) | Spezialist Restauration, Holzhaus-Monteur | 24,50 - 27,50 € | 4.200 - 4.700 € |
| Lohnkombinationsgruppe 5 | Geprüfter Polier / Zimmerer-Vorarbeiter | Zimmererpolier, Werkpolier Holzbau | 27,50 - 32,00 € | 4.700 - 5.500 € |
| Lohnkombinationsgruppe 6 | Zimmerermeister (Betriebsführungsebene) | Zimmerermeister, Bauleiter Holzbau | 32,00 - 39,00 € | 5.500 - 6.700 € |
Hinweis: Die Werte basieren auf aktuellen Tarifverträgen für Westdeutschland. Für verbindliche Angaben kontaktieren Sie Ihre regionale Innung oder Handwerkskammer.
Arbeitgeber-Perspektive
Als Arbeitgeber profitieren Sie von klaren tariflichen Strukturen. Die Transparenz bei Gehaltsangaben erhöht die Qualität der Bewerbungen und verkürzt Besetzungszeiten.
- Tarifliche Bindung schafft Vertrauen bei Fachkräften
- Planbare Lohnkosten durch transparente Gehaltsgruppen
- Übertarifliche Benefits als Differenzierungsmerkmal
Arbeitnehmer-Perspektive
Mit 3.800€ bis 4.300€ brutto bietet der Tarifvertrag für Zimmerer eine solide Grundlage. Mit Spezialisierungen und Weiterbildungen sind höhere Einstufungen erreichbar.
- Tarifliche Gehaltsgarantie mit regelmäßigen Erhöhungen
- Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit
- Betriebliche Zusatzleistungen oft zusätzlich zum Tarif
Karrieremöglichkeiten im Zimmerer
Vom Berufseinsteiger bis zum Meister: So entwickelt sich das Gehalt im Zimmerer-Beruf.
Tarifliche Zulagen
Zusätzlich zum Grundgehalt können folgende Zulagen anfallen.
Erschwerniszulage
10-25%
Arbeiten in großer Höhe oder Restauration im Staub
Kettensägen-/Maschinenzulage
5-10%
Für bedienendes Spezialwerkzeug (regional)
Wegezeitentschädigung
Variabel
Entschädigung für Fahrstrecken (Neu im BRTV-Tarif)
Sonderzahlungen
Urlaubsentgelt: Erfolgt zentral über das SOKA-BAU Verfahren
13. Monatseinkommen: Nach BRTV oft tarifvertraglich abgedeckt (variiert)
Wegezeit-Entschädigung als fester Gehaltsbestandteil
Übertariflich attraktiv sein
Diese Benefits machen Ihr Angebot für Fachkräfte interessanter, oft günstiger als Gehaltserhöhungen.
Bürotage / Homeoffice für Kalkulation und CAD-Holzplanung für Meister
Eigener, perfekt eingerichteter VW-Bus / Sprinter für Poliere
Teilnahme an und Finanzierung von Restauration-Lehrgängen
Moderne Infrastruktur im Betrieb (CNC-Abbundanlagen statt reiner Handarbeit)
Gesundheitsbudgets (z.B. für Chiropraktiker oder Physiotherapie)
Tarif-Historie & Entwicklung
Die Geschichte der Zimmerer-Tarife ist untrennbar mit der stolzen Tradition des Holzbaus und der frühen Organisation der Baugewerke verknüpft. Schon im 19. Jahrhundert bildeten Zimmerer starke Verbände, um gegen die körperliche Schwere und die saisonalen Ausfälle in ihrem Beruf anzukämpfen. Historisch gesehen war das Zimmererhandwerk eine treibende Kraft bei der Einführung des Bundesrahmentarifvertrags für das Baugewerbe (BRTV), der heute als einer der umfassendsten Tarifverträge Deutschlands gilt.
Ein bedeutender Meilenstein war die Etablierung der SOKA-BAU, die Zimmerern auch bei schlechter Witterung im Winter ein stabiles Einkommen und eine zusätzliche Altersvorsorge sichert. In den letzten 20 Jahren hat sich das Tarifgefüge massiv in Richtung technischer Qualifikation verschoben. Der Wandel vom konventionellen Dachstuhl zum hochkomplexen Holzrahmenbau und zum mehrgeschossigen Holzbau erforderte neue Einstufungen in den Lohngruppen. Die aktuellen Tarifverhandlungen 2024/2025 unterstreichen die Bedeutung des Zimmerers als "Klimaschützer am Bau", was sich in attraktiven Lohnsteigerungen und verbesserten Wegezeitentschädigungen widerspiegelt.
Karrierepfade & Aufstieg
Karrieren im Zimmererhandwerk bieten heute eine besondere Verbindung aus Tradition und High-Tech. Nach der Ausbildung (Ecklohn) spezialisieren sich viele Gesellen auf den computergestützten Abbund oder den ökologischen Holzrahmenbau. Solche Spezialisten sind das Rückgrat moderner Holzbaubetriebe und rücken schnell in die Lohngruppen 4 und 5 auf.
Der Weg zum Zimmererpolier oder Zimmerermeister (Lohngruppe 6 & 7) ist der Goldstandard für Führungskräfte. Als Meister leiten Sie nicht nur komplexe Bauprojekte, sondern können auch als Gebäudeenergieberater oder Sachverständiger für den Holzbau tätig werden. Ein moderner, hochgradig gefragter Pfad für 2026 ist die Spezialisierung auf das "Bauen im Bestand" und die energetische Sanierung von Denkmälern. Zudem bietet das Studium zum Bauingenieur mit Schwerpunkt Holzbau gute Chancen für diejenigen, die in die statische Planung und großvolumige Projektentwicklung wechseln möchten. Das Zimmererhandwerk ist 2026 das Gewerk mit der höchsten Innovationsrate im Neubausektor, was motivierten Fachkräften eine lebenslange Karrieregarantie bietet.
Förderung & Unterstützung
Das Zimmererhandwerk profitiert von den guten Förderstrukturen des Bauhauptgewerbes. Das Aufstiegs-BAföG ist das zentrale Instrument für angehende Poliere und Meister. Es deckt bis zu 75% der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren ab und bietet finanzielle Sicherheit während der Fortbildung. Einzigartig ist die Unterstützung durch die SOKA-BAU, die Ausbildungs- und Fortbildungszeiten finanziell flankiert, um die Qualität im Gewerk langfristig zu sichern.
Zusätzlich vergeben viele Landesverbände des Zimmererhandwerks Stipendien für herausragende Talente, um an nationalen und internationalen Berufswettbewerben (wie den EuroSkills) teilzunehmen. Das "Weiterbildungsstipendium" der SBB bietet zudem jungen Zimmerern unter 25 Jahren bis zu 8.100 Euro für anspruchsvolle Kurse wie die Zertifizierung zum Passivhaus-Handwerker oder zum Experten für ökologische Dämmstoffe. In fast allen Bundesländern wird zudem eine "Meisterprämie" nach erfolgreichem Abschluss gezahlt, was die Eigeninvestition der Fachkraft massiv abmildert. Diese finanzielle Unterstützung stellt sicher, dass handwerkliche Exzellenz im Zimmererhandwerk für jeden zugänglich ist.
Häufige Fragen zum Zimmerer-Tarif
Gehört das Zimmererhandwerk zum Bauhauptgewerbe?
Ja, Zimmereibetriebe unterliegen den Tarifverträgen des Baugewerbes (BRTV). Die Löhne, Mindestlöhne (Baumindestlohn) und Urlaubsansprüche laufen nach den harten und strikt regulierten Vorgaben des Bauhauptgewerbes.
Was ist die Wegezeitentschädigung bei Zimmerern?
Seit der Tarifrunde 2021 im Bauhauptgewerbe wird die oft enorm lange Fahrzeit zu den Baustellen finanziell entschädigt. Sie steigt je nach Kilometern, die der Zimmerer vom Betrieb zur Baustelle zurücklegt.
Was verdient der Zimmerer auf dem Bau?
Als Geselle mit Spezialwissen (wie Holzrahmenbau) liegen Zimmerer oft deutlich vorn im handwerklichen Gehaltsgefüge und können schnell die Marke von 4.000 Euro brutto durchbrechen.
Können Zimmerer private Holzbauten über die Firma laufen lassen?
Als Benefit erlauben viele Zimmereien ihren Mitarbeitern, den Maschinenpark (CNC-Anlagen etc.) am Wochenende für den eigenen Gartenhäuschen- oder Möbelbau zu nutzen.
Lohnt sich ein Wechsel zu einem tarifgebundenen Betrieb?
Ja. Tarifgebundene Betriebe bieten planbare Gehaltsentwicklungen, geregelte Arbeitszeiten und soziale Absicherung. Mit 3.800€ bis 4.300€ brutto im Monat sind tarifgebundene Stellen im Zimmerer-Bereich konkurrenzfähig. Hinzu kommen oft übertarifliche Benefits wie Firmenwagen, betriebliche Altersvorsorge oder Weiterbildungsbudgets.
Welche regionalen Unterschiede gibt es bei den Tarifen?
Die Tarifverträge werden auf Landes- oder Bundesebene verhandelt. In Westdeutschland (besonders Bayern, Baden-Württemberg und Hessen) liegen die Tarife oft über dem Durchschnitt. In Ostdeutschland findet eine schrittweise Angleichung statt. Unsere regionalen Tarifseiten zeigen die genauen Werte für jedes Bundesland.
Was bringt eine Weiterbildung im Zimmerer-Beruf?
Je nach Spezialisierung und Tarifgruppe sind deutliche Gehaltssprünge möglich. Ein Zimmerer-Geselle (Tarifgruppe Lohnkombinationsgruppe 3) verdient durchschnittlich 3.800€ bis 4.300€. Mit Weiterbildung zum Vorarbeiter oder Meister steigt das Gehalt auf 4.700€ bis 6.700€+.
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