Tarif KFZ Entgelttabelle & Gehälter
Im KFZ-Gewerbe wird ein Flächen-Tarifvertrag angewendet, der aber lokal durch Innungen ausgestaltet ist. Spezialisierungen, vor allem auf Hochvolttechnik (E-Mobilität), heben Mechatroniker oft direkt in höhere Tarifgruppen.
Was verdient ein KFZ nach dem aktuellen Tarifvertrag?
Ein KFZ verdient laut aktuellem Tarifvertrag (Tarifvertrag für das Kraftfahrzeuggewerbe (Stand 2025), gültig ab 01.01.2025) im Durchschnitt 2.900€ bis 3.300€ brutto pro Monat. Der tarifliche Stundenlohn liegt bei 17,50€ bis 20,00€. Tarifpartner sind Tarifgemeinschaften des Kfz-Gewerbes (ZDK etc.) und IG Metall.
Tarifvertrag
Tarifvertrag für das Kraftfahrzeuggewerbe (Stand 2025)
Gültig ab
01.01.2025
Wochenarbeitszeit
36.5 Stunden
Urlaubstage
30 Tage
Entgelttabelle KFZ
Alle Angaben sind Bruttowerte. Regionale Unterschiede möglich.
| Gruppe | Beschreibung | Beispiele | Stundenlohn | Monatsgehalt |
|---|---|---|---|---|
| Entgeltgruppe 1-2 | Hilfsdienste in der Werkstatt | Reifenwechsler, Fahrzeugaufbereiter, Werkstatthelfer | 13,00 - 15,00 € | 2.150 - 2.500 € |
| Entgeltgruppe 3 | Tätigkeiten mit teilweiser Fachausbildung | Serviceassistent, Teiledienst | 15,00 - 17,50 € | 2.500 - 2.900 € |
| Entgeltgruppe 4 | KFZ-Mechatroniker Geselle | Mechatroniker nach der Lehre | 17,50 - 20,00 € | 2.900 - 3.300 € |
| Entgeltgruppe 5 | Mechatroniker mit Zusatzqualifikation | Diagnosetechniker, Hochvolt-Experte | 20,00 - 23,50 € | 3.300 - 3.900 € |
| Entgeltgruppe 6 | Serviceberater / Serviceleiter | Serviceberater (ehem. Annahmemeister) | 23,50 - 28,00 € | 3.900 - 4.600 € |
| Entgeltgruppe 7 | KFZ-Meister | Werkstattleiter, KFZ-Meister | 28,00 - 34,00 € | 4.600 - 5.600 € |
Hinweis: Die Werte basieren auf aktuellen Tarifverträgen für Westdeutschland. Für verbindliche Angaben kontaktieren Sie Ihre regionale Innung oder Handwerkskammer.
Arbeitgeber-Perspektive
Als Arbeitgeber profitieren Sie von klaren tariflichen Strukturen. Die Transparenz bei Gehaltsangaben erhöht die Qualität der Bewerbungen und verkürzt Besetzungszeiten.
- Tarifliche Bindung schafft Vertrauen bei Fachkräften
- Planbare Lohnkosten durch transparente Gehaltsgruppen
- Übertarifliche Benefits als Differenzierungsmerkmal
Arbeitnehmer-Perspektive
Mit 2.900€ bis 3.300€ brutto bietet der Tarifvertrag für KFZ eine solide Grundlage. Mit Spezialisierungen und Weiterbildungen sind höhere Einstufungen erreichbar.
- Tarifliche Gehaltsgarantie mit regelmäßigen Erhöhungen
- Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit
- Betriebliche Zusatzleistungen oft zusätzlich zum Tarif
Karrieremöglichkeiten im KFZ
Vom Berufseinsteiger bis zum Meister: So entwickelt sich das Gehalt im KFZ-Beruf.
Tarifliche Zulagen
Zusätzlich zum Grundgehalt können folgende Zulagen anfallen.
Notdienst/Abschleppzulage
20-50%
Bereitschaft und Einsatz für Pannenhilfe
Leistungszulagen
100-500 €/Monat
Bonussysteme im Autohaus (AW-Boni)
Schmutzzulage
Selten
Im KFZ vertraglich oft abgegolten, vereinzelt bei Karosserie
Sonderzahlungen
Urlaubsgeld: Branchenüblich (oft 30-50% des Monatslohns)
Sonderzahlung (Weihnachtsgeld): Oft gestaffelt nach Betriebszugehörigkeit
Vergünstigte Mitarbeiterkonditionen beim Fahrzeug- und Teilekauf
Übertariflich attraktiv sein
Diese Benefits machen Ihr Angebot für Fachkräfte interessanter, oft günstiger als Gehaltserhöhungen.
Umfangreiche Hochvolt-, HV-System-Schulungen für Mitarbeiter bezahlen
Leistungsbonus-Systeme: Abrechnung nach Arbeitswerten (AW) für Top-Schrauber
Attraktive Leasing-Angebote für Mitarbeiter (Sondertarife Autohaus)
Subventioniertes Mittagessen oder moderne Werkstatt-Lounge
Keine Sa.-Arbeit oder stark vergütete Sa.-Zeitzuschläge
Tarif-Historie & Entwicklung
Die Geschichte der KFZ-Tarife ist eine Chronik des Wandels vom Mechaniker zum IT-gestützten Diagnostiker. In den frühen Jahrzehnten der Bundesrepublik waren die Tarifverträge im KFZ-Handwerk stark durch die Trennung von Mechanik und Elektrik geprägt. Die Entlohnung war solide, aber stark von manueller Geschicklichkeit und Erfahrung abhängig. Mit der Verschmelzung der Berufe zum "KFZ-Mechatroniker" im Jahr 2003 reagierten die Tarifpartner auf die zunehmende Komplexität der Fahrzeuge.
In den letzten 20 Jahren hat sich das Tarifgefüge massiv in Richtung technischer Qualifikation verschoben. Die Einführung der Hochvolt-Zusatzvergütungen und die stetige Anpassung der Entgeltgruppen für Diagnosetechniker zeigen, wie wichtig das Wissen um Software und Elektronik heute ist. Die Tarifrunden der jüngeren Vergangenheit, insbesondere 2024/2025, standen zudem im Zeichen der Attraktivitätssteigerung gegenüber der Automobilindustrie. Heute bietet der KFZ-Tarifvertrag eine der differenziertesten Strukturen im Handwerk, die sowohl den klassischen Schrauber als auch den hochspezialisierten Systemtechniker fair abbildet.
Karrierepfade & Aufstieg
Die Karriere im KFZ-Gewerbe ist heute ein Pfad der lebenslangen Weiterbildung. Nach der Ausbildung (Ecklohn) spezialisieren sich viele Mechatroniker auf Marken-spezifische Diagnosesysteme oder rüsten sich für die E-Mobilität aus. Ein zertifizierter "Hochvolt-Techniker" oder "Servicetechniker" rückt oft ohne Umwege in die Lohngruppen 4 und 5 auf, da dieses Fachwissen für moderne Werkstätten existenziell ist.
Der Weg zum KFZ-Meister bleibt das zentrale Ziel für alle, die Führungsverantwortung oder eine eigene Werkstatt anstreben. In den Lohngruppen 6 und 7 finden sich Werkstattleiter, die nicht nur technisch, sondern auch betriebswirtschaftlich und in der Kundenberatung brillieren. Parallel dazu bietet die Weiterbildung zum "Geprüften Automobil-Serviceberater" gute Chancen für diejenigen, die die Brücke zwischen Werkstatt und Kunde schlagen möchten. Ein neuer, hochspannender Pfad für 2026 ist die Spezialisierung auf autonome Fahrfunktionen und ADAS-Kalibrierung – Fachgebiete, die oft übertariflich vergütet werden und eine hohe Zukunftssicherheit bieten.
Förderung & Unterstützung
Für den Aufstieg im KFZ-Handwerk steht ein breites Spektrum an Fördermitteln zur Verfügung. Das Aufstiegs-BAföG ist auch hier der wichtigste Pfeiler für angehende Meister und Techniker. Es übernimmt bis zu 75% der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und bietet finanzielle Sicherheit während der Fortbildung. Viele Autohäuser und Werkstattketten fördern zudem ihre besten Talente durch interne Stipendien oder die volle Kostenübernahme bei Marken-Zertifizierungen.
Zusätzlich vergeben viele KFZ-Innungen regionale Förderpreise für herausragende Gesellenleistungen. Das "Weiterbildungsstipendium" der SBB ist besonders für junge KFZ-Mechatroniker unter 25 Jahren attraktiv, um anspruchsvolle Kurse wie die Hochvolt-Stufe 3 (Arbeiten unter Spannung) zu finanzieren. Arbeitgeber können zudem über das Qualifizierungschancengesetz Zuschüsse für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu Experten für alternative Antriebe beantragen. Diese finanzielle Flankierung stellt sicher, dass der Weg vom Auszubildenden zur Führungskraft im KFZ-Handwerk für jeden motivierten Mitarbeiter offensteht.
Häufige Fragen zum KFZ-Tarif
Was verdient ein Mechatroniker im Vergleich zum Meister?
Ein frisch ausgelernter KFZ-Mechatroniker startet regional zwischen 2.900 und 3.300 Euro. Ein KFZ-Meister mit Werkstattleitung verdient in Markenautohäusern schnell 4.600 bis über 5.500 Euro brutto.
Verdienen Systemtechniker Elektromobilität mehr?
Ja. Die Weiterbildung zum zertifizierten Hochvolt-Techniker oder Diagnostiker katapultiert Mitarbeiter im KFZ-Bereich meist direkt 1-2 Tarifgruppen (EG 5) nach oben.
Wie setzen sich KFZ-Prämien zusammen?
Viele Autohäuser bezahlen eine Kombination aus Festgehalt und einem Bonus für verkaufte Arbeitswerte (AW), wodurch produktive Mechaniker massiv über Tarif verdienen können.
Werden Tarifverträge auch in freien Werkstätten gezahlt?
Freie Werkstätten sind nicht zwingend tarifgebunden, orientieren sich jedoch zwangsläufig an den Tariflöhnen, da sie andernfalls ihre Gesellen sofort an Vertragswerkstätten und die Industrie verlieren.
Lohnt sich ein Wechsel zu einem tarifgebundenen Betrieb?
Ja. Tarifgebundene Betriebe bieten planbare Gehaltsentwicklungen, geregelte Arbeitszeiten und soziale Absicherung. Mit 2.900€ bis 3.300€ brutto im Monat sind tarifgebundene Stellen im KFZ-Bereich konkurrenzfähig. Hinzu kommen oft übertarifliche Benefits wie Firmenwagen, betriebliche Altersvorsorge oder Weiterbildungsbudgets.
Welche regionalen Unterschiede gibt es bei den Tarifen?
Die Tarifverträge werden auf Landes- oder Bundesebene verhandelt. In Westdeutschland (besonders Bayern, Baden-Württemberg und Hessen) liegen die Tarife oft über dem Durchschnitt. In Ostdeutschland findet eine schrittweise Angleichung statt. Unsere regionalen Tarifseiten zeigen die genauen Werte für jedes Bundesland.
Was bringt eine Weiterbildung im KFZ-Beruf?
Je nach Spezialisierung und Tarifgruppe sind deutliche Gehaltssprünge möglich. Ein KFZ-Geselle (Tarifgruppe Entgeltgruppe 4) verdient durchschnittlich 2.900€ bis 3.300€. Mit Weiterbildung zum Vorarbeiter oder Meister steigt das Gehalt auf 3.900€ bis 5.600€+.
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