Tarif Schreiner / Tischler Entgelttabelle & Gehälter
Im Tischler- und Schreinerhandwerk sind die tariflichen Abstufungen regional teilweise sehr unterschiedlich. Die folgenden Werte basieren auf westdeutschen Durchschnitts-Tarifen für Tischler und Schreiner.
Was verdient man als Schreiner nach dem aktuellen Tarifvertrag?
Als Schreiner liegt der tarifliche Ecklohn bei 19,94 EUR/Std. (regional, Beispiel Nordrhein-Westfalen, gültig ab 01.02.2026).
Grundlage: Tarifvertrag Tischlerhandwerk (regional – Stand 2025). Quelle: NRW tischlerhandwerk.pdf + IGM Tischler multi-region (Nordwest-Cluster).
Tarifpartner: Fachverbände Tischlerhandwerk (auf Landesebene) und IG Metall / IG BAU (je nach Landesverband). Die genaue Einstufung hängt von Lohngruppe, Berufsjahren und der Tarifbindung des Betriebs ab.
Tarifvertrag
Tarifvertrag Tischlerhandwerk (regional – Stand 2025)
Gültig ab
01.02.2026
Wochenarbeitszeit
38.5 Stunden
Urlaubstage
31 Tage
Lohnleiter Schreiner · Nordrhein-Westfalen
NRW tischlerhandwerk.pdf + IGM Tischler multi-region (Nordwest-Cluster) · Gültig ab 01.02.2026
Tarif Schreiner in allen 16 Bundesländern
Ecklohn, Gültig-ab und Ausbildungsvergütung (1. / letztes Ausbildungsjahr) je Bundesland. Bei mehreren Tarifpfaden wird nicht gemittelt – siehe Detailseite.
| Bundesland | Ecklohn | Gültig ab | Azubi 1. / letztes Jahr | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 3.348,33 EUR/Monat | 01.11.2025 | 920 / 1.110 | regional |
| Bayern | 3.102 EUR/Monat | 01.03.2025 | 900 / 1.200 | regional |
| Berlin | 18,67 EUR/Std. | 01.01.2026 | 810 / 1.050 | regional |
| Brandenburg | 3.093,46 EUR/Monat | 01.01.2026 | 759,3 / 1.068,65 | regional |
| Bremen | 19,94 EUR/Std. | 01.02.2026 | 870 / 1.130 | regional |
| Hamburg | 19,94 EUR/Std. | 01.02.2026 | 870 / 1.130 | regional |
| Hessen | 21,04 EUR/Std. | 01.02.2026 | 800 / 1.000 | regional |
| Mecklenburg-Vorpommern | 3.093,46 EUR/Monat | 01.01.2026 | 759,3 / 1.068,65 | regional |
| Niedersachsen | 19,94 EUR/Std. | 01.02.2026 | 870 / 1.130 | regional |
| Nordrhein-Westfalen | 19,94 EUR/Std. | 01.02.2026 | 870 / 1.130 | regional |
| Rheinland-Pfalz | 20,31 EUR/Std. | 01.02.2026 | 800 / 1.000 | regional |
| Saarland | 3.297 EUR/Monat | 01.07.2025 | 750 / 1.050 | regional |
| Sachsen | 3.093,46 EUR/Monat | 01.01.2026 | 759,3 / 1.068,65 | regional |
| Sachsen-Anhalt | 3.093,46 EUR/Monat | 01.01.2026 | 759,3 / 1.068,65 | regional |
| Schleswig-Holstein | 19,94 EUR/Std. | 01.02.2026 | 870 / 1.130 | regional |
| Thüringen | 3.093,46 EUR/Monat | 01.01.2026 | 759,3 / 1.068,65 | regional |
Details und Quellen finden Sie auf der jeweiligen Bundesland-Seite.
Tarif und Markt im Vergleich
Schreiner / Tischler: Allgemeinverbindlicher Mindestboden (soweit vorhanden), regionaler Tarif-Ecklohn und BA-Median – getrennt ausgewiesen, nicht gemittelt.
Beispiel Nordrhein-Westfalen
Entgeltatlas bundesweit. Nicht 1:1 mit Stunden-Eck vergleichen.
Arbeitgeber-Perspektive
Als Arbeitgeber profitieren Sie von klaren tariflichen Strukturen. Die Transparenz bei Gehaltsangaben erhöht die Qualität der Bewerbungen und verkürzt Besetzungszeiten.
- Tarifliche Bindung schafft Vertrauen bei Fachkräften
- Planbare Lohnkosten durch transparente Gehaltsgruppen
- Übertarifliche Benefits als Differenzierungsmerkmal
Arbeitnehmer-Perspektive
Mit 19,94 EUR/Std. bietet der Tarifvertrag als Schreiner eine solide Grundlage. Mit Spezialisierungen und Weiterbildungen sind höhere Einstufungen erreichbar.
- Tarifliche Gehaltsgarantie mit regelmäßigen Erhöhungen
- Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit
- Betriebliche Zusatzleistungen oft zusätzlich zum Tarif
Karrieremöglichkeiten als Schreiner
Vom Berufseinsteiger bis zum Meister: So entwickelt sich das Gehalt als Schreiner.
Tarifliche Zulagen
Zusätzlich zum Grundgehalt können folgende Zulagen anfallen.
Montagezulage / Ferne
12-25 €/Tag
Bei Montagen (Küchen, Innenausbau) außerhalb der Betriebsstätte
Schmutz/Staubzulage
5-15%
Bei stark staubenden Arbeiten in der Oberflächenbehandlung
Vorarbeiterzulage
10-20%
Für die Führung eines Montage-Teams
Sonderzahlungen
Urlaubsgeld: Regionaltariflich geregelt (oft prozentual aufs Festgehalt)
Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld): Freiwillig oder regional bindend (oft 50%)
Altersvorsorge: Zuschüsse zur Holzkasse/ZVK
Übertariflich attraktiv sein
Diese Benefits machen Ihr Angebot für Fachkräfte interessanter, oft günstiger als Gehaltserhöhungen.
Ergonomische, extrem staubfreie Werkstätten mit Top-Equipment
Möglichkeit der Nutzung des Maschinenparks für private (Holz-)Projekte
4-Tage-Woche (Mo-Do Werkstatt, Fr Montage oder frei)
Weiterbildungen speziell für CNC-Fräse oder CAD-Holzplanung bezahlen
Firmenwagenklausel auch für spezialisierte Küchen- und Möbelmonteure
Tarif-Historie und Entwicklung
Wichtige Tarifrunden und Meilensteine als Schreiner.
Die Tarifrunde 2018
brachte für das Schreiner- und Tischlerhandwerk eine Erhöhung der Ecklöhne um 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Der monatliche Ecklohn stieg auf rund 2.680 Euro, der Stundenlohn für Fachgesellen auf etwa 16,20 Euro.
In der Tarifrunde 2019
folgte eine weitere Anhebung um 2,8 Prozent, sodass die untersten Tarifgruppen erstmals die Marke von 15 Euro pro Stunde überschritten.
Das Jahr 2020 war geprägt von der Corona-Pandemie. Die Tarifpartner einigten sich auf eine moderate Erhöhung von 1,8 Prozent, die erst zum 1.
Oktober 2020 wirksam wurde. Die Laufzeit betrug 27 Monate, um den Betrieben Planungssicherheit in der Krisenzeit zu geben.
Der gesetzliche Mindestlohn lag zu diesem Zeitpunkt bei 9,35 Euro pro Stunde und unterschritt damit weiterhin die branchenspezifischen Tarifentgelte deutlich.
In der Tarifrunde 2021
Eine Erhöhung um 2,2 Prozent zum 1. Januar 2022 folgte eine weitere Stufe von 1,8 Prozent zum 1.
März 2023. Die Laufzeit erstreckte sich über 30 Monate.
In dieser Phase wurde die Ost-West-Angleichung bei den Mindestlöhnen im Tischlerhandwerk weitgehend abgeschlossen, sodass seit 2023 bundesweit einheitliche Branchenmindestlöhne gelten.
Der Tarifabschluss 2022/2023 markierte einen Wendepunkt infolge der starken Inflation. Zum 1.
April 2023 erhöhten sich die Entgelte um 5,5 Prozent, wobei die unteren Lohngruppen mit 6,0 Prozent und die oberen mit 5,0 Prozent bedacht wurden. Der Branchenmindestlohn stieg zum 1.
Oktober 2023 auf 12,00 Euro pro Stunde und lag damit erstmals über der Schwelle des gesetzlichen Mindestlohns. Diese Anhebung war die größte Branchenmindestlohnerhöhung seit Einführung des Tariftreuegesetzes.
Die Tarifrunde 2024/2025
führte zu einem Abschluss mit einer Laufzeit von 25 Monaten bis zum 31. März 2027.
Die Entgelte erhöhten sich zum 1. April 2025 um durchschnittlich 4,5 Prozent in zwei Stufen.
Gesellen im mittleren Bereich erhalten damit monatlich zwischen 2.900 und 3.100 Euro, was einem Stundensatz von etwa 18,00 Euro entspricht. Für Auszubildende wurden die Vergütungen um 70 Euro monatlich angehoben.
Die regionalen Unterschiede bleiben bestehen: In Bayern und Baden-Württemberg liegen die Tarifentgelte weiterhin etwa 3 bis 5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt, was auf die dortige höhere Wirtschaftskraft und die stärkere Tarifbindung zurückzuführen ist.
Karrierepfade und Aufstieg als Schreiner
Vom Gesellen bis zur Führung – typische Stufen und was sie tariflich bedeuten.
Der Schreinermeistertitel öffnet die Entgeltgruppen 6 und 7. Meister in tarifgebundenen Betrieben verdienen zwischen 3.400 und 3.800 Euro brutto monatlich.
Wer den nächsten Schritt zum Betriebsleiter geht, kann mit 4.000 bis 4.500 Euro rechnen, abhängig von Betriebsgröße und Verantwortungsumfang. In Bayern und Baden-Württemberg liegen diese Werte aufgrund regionaler Tarifzuschläge oft 5 bis 10 Prozent höher.
Finanzielle Förderung begleitet den Aufstieg: Das Aufstiegs-BAföG deckt bis zu 75 Prozent der Weiterbildungskosten als Zuschuss. Für Meisterschüler bedeutet das bis zu 15.000 Euro Förderung.
Zusätzlich gewähren mehrere Bundesländer die Meistergründungsprämie zwischen 5.000 und 10.000 Euro für erfolgreiche Prüfungen. Bayern verdoppelt diese Prämie bei Betriebsübernahme sogar auf bis zu 20.000 Euro.
Spezialisierungen steigern das Einkommen erheblich: CNC-Programmierung, CAD/CAM-Kenntnisse oder die Qualifikation zum zertifizierten Energieberater ermöglichen Zuschläge von 10 bis 15 Prozent über Tarif.
Wer sich auf akustisch wirksame Innenausbauten, fugendichte Fertigung oder wohngesunde Materialzertifizierungen spezialisiert, erschließt Nischenmärkte mit Vergütungen, die häufig deutlich über dem Tarifniveau liegen.
Die Investition in Weiterbildung amortisiert sich im Schreinerhandwerk durchschnittlich innerhalb von drei bis vier Jahren.
Tarifstufen im Überblick
Förderung und Unterstützung
Finanzielle und organisatorische Hilfen für Weiterbildung und Aufstieg als Schreiner.
Förderung und Unterstützung für angehende und practizierende Schreiner und Tischler umfassen ein mehrdimensionales System aus staatlichen Zuschüssen, regionalen Prämien und tarifvertraglichen Leistungen.
Das Aufstiegs-BAföG stellt das zentrale Förderinstrument für die Weiterbildung zum Meister oder Techniker dar. Der Zuschuss deckt bis zu 75 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren; bei entsprechender Einkommenssituation sind Gesamt-Förderungen von bis zu 15.000 Euro möglich.
Der restliche Anteil wird als zinsgünstiges Darlehen angeboten. Zusätzlich können Meisterschüler über das AFBG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz) Unterhaltsgeld beantragen.
Die Meistergründungsprämie variiert erheblich nach Bundesland: Bayern gewährt einmalig bis zu 6.000 Euro nach bestandener Meisterprüfung, Nordrhein-Westfalen bis zu 5.000 Euro, Baden-Württemberg bis zu 4.000 Euro.
In einigen Bundesländern wie Sachsen oder Thüringen existieren ergänzende Aufstiegsboni. Die genauen Konditionen sind bei den jeweiligen Handwerkskammern zu erfragen.
Für Existenzgründer bietet die KfW-Bank zinsgünstige Darlehen: Der KfW-Unternehmerkredit (Programm 037) ermöglicht Finanzierungen ab 3.000 Euro mit Laufzeiten bis 20 Jahre und bonitätsabhängigen Zinskonditionen.
Das KfW-Startgeld (Programm 067) richtet sich speziell an Gründer und junge Unternehmen mit besonders günstigen Konditionen. Ergänzend vergeben Länder und Regionen Eigenkapitalzuschüsse oder Haftungsfreistellungen.
Die Handwerkskammern (HWK) bieten flächendeckend kostenlose Gründungsberatung mit Prämiengutscheinen (bis zu 80 Prozent der Beratungskosten werden übernommen).
Für technologische Weiterqualifikationen wie CNC-Programmierung oder CAD-Konstruktion existieren spezielle Qualifizierungszuschüsse.
Im Bereich der tarifvertraglichen Sozialleistungen erhalten Beschäftigte im Schreiner- und Tischlerhandwerk Leistungen über die SOKA-Dach, die unter anderem die betriebliche Altersvorsorge und Zusatzversorgung organisiert. Diese Beiträge trägt der Arbeitgeber anteilig mit.
Das Qualifizierungschancengesetz ermöglicht Arbeitgebern Zuschüsse von bis zu 50 Prozent der Weiterbildungskosten, wenn Mitarbeiter zu CNC-Programmierern oder CAD-Konstrukteuren weitergebildet werden. Voraussetzung ist eine Beratung durch die Agentur für Arbeit.
Für junge Fachkräfte unter 25 Jahren existiert das Weiterbildungsstipendium der Stiftung Begabtenförderung berufliche Bildung (SBB) mit Förderungen bis zu 8.100 Euro für anspruchsvolle Fachkurse, Fachliteratur oder Auslandsaufenthalte.
Häufige Fragen zum Tarif als Schreiner
Was ist der Unterschied zwischen Schreiner und Tischler im Tarif?
Es gibt keinen Unterschied beim Gehalt. Die Bezeichnung hängt vom Bundesland ab (Schreiner eher in Süd- und Westdeutschland, Tischler eher im Norden und Osten). Regional können die Tarifgebiete aber in der Lohnhöhe variieren.
Verdienen CNC-Spezialisten mehr?
Ja. Schreiner, die auch CNC-Maschinen programmieren oder in CAD-Software (wie Vectorworks) Innenausbauten planen können, werden meist über dem Ecklohn in LG 4 oder LG 5 eingruppiert.
Muss ein Tischlereibetrieb Tarif zahlen?
Nur wenn der Betrieb in der zuständigen Innung organisiert und damit tarifgebunden ist. Die Konkurrenz um Monteure zwingt aber fast alle Betriebe, sich mindestens am Tarif zu orientieren.
Gibt es Leistungszulagen für Möbelmonteure?
Oft werden Montagearbeiter nach Erfolg, Schnelligkeit und Fehlerfreiheit auf der Baustelle prämiert (Montageakkord), wodurch sie am Monatsende überdurchschnittlich viel generieren können.
Lohnt sich ein Wechsel zu einem tarifgebundenen Betrieb?
Ja. Tarifgebundene Betriebe bieten planbare Gehaltsentwicklungen, geregelte Arbeitszeiten und soziale Absicherung.
Mit 19,94 EUR/Std. sind tarifgebundene Stellen als Schreiner konkurrenzfähig. Hinzu kommen oft übertarifliche Leistungen wie Firmenwagen, betriebliche Altersvorsorge oder Weiterbildungsbudgets.
Welche regionalen Unterschiede gibt es beim Tarif Schreiner / Tischler?
Die Entgelte für Schreiner / Tischler werden regional verhandelt. Tarifgebiete, Innungen und Verbände können unterschiedliche Tabellen haben; die regionalen Eckwerte liegen etwa zwischen 18,67 und 3.348,33 € brutto im Monat.
In manchen Ländern gelten parallel mehrere Tarifpfade (z. B. Innung und Unternehmensverband) – hier wird nicht gemittelt, sondern der passende Tarif des Betriebs herangezogen. Die Tabelle und die Seiten je Bundesland zeigen Ecklohn, Gültigkeit und Ausbildungsvergütung im Detail.
Was bringt eine Weiterbildung als Schreiner?
Je nach Spezialisierung und Tarifgruppe sind deutliche Gehaltssprünge möglich. Aktueller tariflicher Ecklohn: 19,94 EUR/Std. (gültig ab 01.02.2026).
Mit Weiterbildung zum Vorarbeiter oder Meister steigt das Gehalt entlang der Entgeltgruppen – siehe Lohnleiter und die Seiten der Bundesländer.
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