Tarif Schreiner / Tischler Entgelttabelle & Gehälter
Im Tischler- und Schreinerhandwerk sind die tariflichen Abstufungen regional teilweise sehr unterschiedlich. Die folgenden Werte basieren auf westdeutschen Durchschnitts-Tarifen für Tischler und Schreiner.
Was verdient ein Schreiner / Tischler nach dem aktuellen Tarifvertrag?
Ein Schreiner / Tischler verdient laut aktuellem Tarifvertrag (Tarifvertrag Tischlerhandwerk (regional – Stand 2025), gültig ab 01.02.2025) im Durchschnitt 3.100€ bis 3.500€ brutto pro Monat. Der tarifliche Stundenlohn liegt bei 18,50€ bis 21,00€. Tarifpartner sind Fachverbände Tischlerhandwerk (auf Landesebene) und IG Metall / IG BAU (je nach Landesverband).
Tarifvertrag
Tarifvertrag Tischlerhandwerk (regional – Stand 2025)
Gültig ab
01.02.2025
Wochenarbeitszeit
38.5 Stunden
Urlaubstage
30 Tage
Entgelttabelle Schreiner / Tischler
Alle Angaben sind Bruttowerte. Regionale Unterschiede möglich.
| Gruppe | Beschreibung | Beispiele | Stundenlohn | Monatsgehalt |
|---|---|---|---|---|
| Entgeltgruppe 1 | Holzbearbeitungs-Helfer | Schreinerhelfer, Zuarbeiter Werkstatt | 13,50 - 15,00 € | 2.200 - 2.500 € |
| Entgeltgruppe 2 | Angelernt mit maschineller Erfahrung | Maschinenhelfer, Lackierhelfer | 15,00 - 17,50 € | 2.500 - 2.900 € |
| Entgeltgruppe 3 | Schreiner/Tischler Geselle (Ecklohn) | Tischlergeselle, Möbelschreiner | 18,50 - 21,00 € | 3.100 - 3.500 € |
| Entgeltgruppe 4 | Geselle mit Spezialisierung (z.B. CNC, Innenausbau) | CNC-Fachkraft, Küchenmonteur | 20,50 - 23,00 € | 3.400 - 3.800 € |
| Entgeltgruppe 5 | Vorarbeiter / Bauleiter | Vorarbeiter Montage, Werkstattleiter | 23,00 - 26,00 € | 3.800 - 4.300 € |
| Entgeltgruppe 6 | Tischlermeister (Regelfall) | Meister, Planer/Kalkulator | 26,00 - 31,00 € | 4.300 - 5.100 € |
| Entgeltgruppe 7 | Betriebsleiter (Holztechnik) | Betriebsleiter, Holztechniker (Ing.) | 31,00 - 38,00 € | 5.100 - 6.300 € |
Hinweis: Die Werte basieren auf aktuellen Tarifverträgen für Westdeutschland. Für verbindliche Angaben kontaktieren Sie Ihre regionale Innung oder Handwerkskammer.
Arbeitgeber-Perspektive
Als Arbeitgeber profitieren Sie von klaren tariflichen Strukturen. Die Transparenz bei Gehaltsangaben erhöht die Qualität der Bewerbungen und verkürzt Besetzungszeiten.
- Tarifliche Bindung schafft Vertrauen bei Fachkräften
- Planbare Lohnkosten durch transparente Gehaltsgruppen
- Übertarifliche Benefits als Differenzierungsmerkmal
Arbeitnehmer-Perspektive
Mit 3.100€ bis 3.500€ brutto bietet der Tarifvertrag für Schreiner / Tischler eine solide Grundlage. Mit Spezialisierungen und Weiterbildungen sind höhere Einstufungen erreichbar.
- Tarifliche Gehaltsgarantie mit regelmäßigen Erhöhungen
- Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit
- Betriebliche Zusatzleistungen oft zusätzlich zum Tarif
Karrieremöglichkeiten im Schreiner / Tischler
Vom Berufseinsteiger bis zum Meister: So entwickelt sich das Gehalt im Schreiner / Tischler-Beruf.
Tarifliche Zulagen
Zusätzlich zum Grundgehalt können folgende Zulagen anfallen.
Montagezulage / Ferne
12-25 €/Tag
Bei Montagen (Küchen, Innenausbau) außerhalb der Betriebsstätte
Schmutz/Staubzulage
5-15%
Bei stark staubenden Arbeiten in der Oberflächenbehandlung
Vorarbeiterzulage
10-20%
Für die Führung eines Montage-Teams
Sonderzahlungen
Urlaubsgeld: Regionaltariflich geregelt (oft prozentual aufs Festgehalt)
Jahressonderzahlung (Weihnachtsgeld): Freiwillig oder regional bindend (oft 50%)
Altersvorsorge: Zuschüsse zur Holzkasse/ZVK
Übertariflich attraktiv sein
Diese Benefits machen Ihr Angebot für Fachkräfte interessanter, oft günstiger als Gehaltserhöhungen.
Ergonomische, extrem staubfreie Werkstätten mit Top-Equipment
Möglichkeit der Nutzung des Maschinenparks für private (Holz-)Projekte
4-Tage-Woche (Mo-Do Werkstatt, Fr Montage oder frei)
Weiterbildungen speziell für CNC-Fräse oder CAD-Holzplanung bezahlen
Firmenwagenklausel auch für spezialisierte Küchen- und Möbelmonteure
Tarif-Historie & Entwicklung
Die Geschichte der Tischler- und Schreinertarife ist geprägt von der handwerklichen Exzellenz und dem steten Anpassungsdruck durch die industrielle Möbelfertigung. Während in der vorindustriellen Zeit die Zunftregeln den Verdienst bestimmten, entstanden mit der Industrialisierung die ersten organisierten Arbeitnehmervertretungen im Holzhandwerk. Historisch gesehen war das Tischlerhandwerk eines der ersten, das differenzierte Lohngruppen für Maschinenarbeiter und Handwerker einführte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg festigten sich die regionalen Tarifverträge, wobei eine starke Differenzierung zwischen dem ländlichen Innenausbau und der städtischen Möbelproduktion beibehalten wurde. In den letzten 20 Jahren hat die Digitalisierung (CNC-Technik) zu einer massiven Aufwertung der technischen Lohngruppen geführt. Die Tarifpartner haben erkannt, dass ein moderner Schreiner heute nicht nur Holz bearbeiten, sondern komplexe digitale Fertigungsprozesse steuern muss. Der aktuelle Tarifabschluss 2025 trägt dieser Entwicklung Rechnung, indem er die Einstiegsgehälter für Gesellen deutlich angehoben hat, um im Wettbewerb mit der Industrie (z.B. Ladenbau) konkurrenzfähig zu bleiben.
Karrierepfade & Aufstieg
Karrierewege im Tischlerhandwerk sind heute so vielfältig wie die Holzarten selbst. Nach der Ausbildung (Entgeltgruppe 3) führt der klassische Weg oft über die Spezialisierung zur CNC-Fachkraft oder zum Oberflächenexperten. Diese Fachkräfte rücken schnell in die Entgeltgruppe 4 auf. Wer Freude an der Organisation hat, findet als Vorarbeiter oder Montageleiter (EG 5) seinen Platz.
Für viele bleibt der Schreinermeister (EG 6 & 7) das ultimative Ziel. Der Meisterbrief berechtigt zur Führung eines Betriebs und ist Voraussetzung für die Ausbildung. Ein moderner Karrierepfad für 2026 ist zudem die Weiterbildung zum "Gestalter im Handwerk" oder zum "Staatlich geprüften Holztechniker". Diese Qualifikationen sind besonders im hochwertigen Innenausbau und in der Arbeitsvorbereitung (AV) gefragt, wo Schnittstellen zwischen Design, Kalkulation und Produktion gemanagt werden müssen. Auch die Spezialisierung auf ökologischen Innenausbau und wohngesunde Materialien eröffnet Schreinern heute lukrative Nischenmärkte, die oft deutlich über Tarif vergütet werden.
Förderung & Unterstützung
Das Tischlerhandwerk bietet ein robustes System zur Förderung von Talenten. Das Aufstiegs-BAföG ist das zentrale Instrument für angehende Meister und Techniker. Es deckt nicht nur die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren zu großen Teilen ab (bis zu 75%), sondern bietet auch Unterstützung für den Lebensunterhalt. Viele Fachverbände des Tischlerhandwerks vergeben zudem regionale Stipendien für die Teilnahme an Design-Wettbewerben oder speziellen Restaurierungskursen.
Besonders hervorzuheben ist das "Weiterbildungsstipendium" der SBB für junge Gesellen unter 25 Jahren, das bis zu 8.100 Euro für anspruchsvolle Fortbildungen bereitstellt. Arbeitgeber können zudem über das Qualifizierungschancengesetz Zuschüsse für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter zu CNC-Programmierern oder CAD-Konstrukteuren beantragen. In einigen Bundesländern gibt es zudem die "Meisterprämie", die als einmaliger Zuschuss nach erfolgreichem Abschluss gezahlt wird. Diese Förderlandschaft stellt sicher, dass handwerkliche Meisterschaft und technologischer Fortschritt im Tischlerhandwerk Hand in Hand gehen können.
Häufige Fragen zum Schreiner / Tischler-Tarif
Was ist der Unterschied zwischen Schreiner und Tischler im Tarif?
Es gibt keinen Unterschied beim Gehalt. Die Bezeichnung hängt vom Bundesland ab (Schreiner eher in Süd- und Westdeutschland, Tischler eher im Norden und Osten). Regional können die Tarifgebiete aber in der Lohnhöhe variieren.
Verdienen CNC-Spezialisten mehr?
Ja. Schreiner, die auch CNC-Maschinen programmieren oder in CAD-Software (wie Vectorworks) Innenausbauten planen können, werden meist über dem Ecklohn in LG 4 oder LG 5 eingruppiert.
Muss ein Tischlereibetrieb Tarif zahlen?
Nur wenn der Betrieb in der zuständigen Innung organisiert und damit tarifgebunden ist. Die Konkurrenz um Monteure zwingt aber fast alle Betriebe, sich mindestens am Tarif zu orientieren.
Gibt es Leistungszulagen für Möbelmonteure?
Oft werden Montagearbeiter nach Erfolg, Schnelligkeit und Fehlerfreiheit auf der Baustelle prämiert (Montageakkord), wodurch sie am Monatsende überdurchschnittlich viel generieren können.
Lohnt sich ein Wechsel zu einem tarifgebundenen Betrieb?
Ja. Tarifgebundene Betriebe bieten planbare Gehaltsentwicklungen, geregelte Arbeitszeiten und soziale Absicherung. Mit 3.100€ bis 3.500€ brutto im Monat sind tarifgebundene Stellen im Schreiner / Tischler-Bereich konkurrenzfähig. Hinzu kommen oft übertarifliche Benefits wie Firmenwagen, betriebliche Altersvorsorge oder Weiterbildungsbudgets.
Welche regionalen Unterschiede gibt es bei den Tarifen?
Die Tarifverträge werden auf Landes- oder Bundesebene verhandelt. In Westdeutschland (besonders Bayern, Baden-Württemberg und Hessen) liegen die Tarife oft über dem Durchschnitt. In Ostdeutschland findet eine schrittweise Angleichung statt. Unsere regionalen Tarifseiten zeigen die genauen Werte für jedes Bundesland.
Was bringt eine Weiterbildung im Schreiner / Tischler-Beruf?
Je nach Spezialisierung und Tarifgruppe sind deutliche Gehaltssprünge möglich. Ein Schreiner / Tischler-Geselle (Tarifgruppe Entgeltgruppe 3) verdient durchschnittlich 3.100€ bis 3.500€. Mit Weiterbildung zum Vorarbeiter oder Meister steigt das Gehalt auf 3.800€ bis 5.100€+.
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