Tarif Elektriker Entgelttabelle & Gehälter
Der Tarifvertrag im Elektrohandwerk wird regional unterschiedlich verhandelt. Die hier gezeigten Werte sind Durchschnittswerte für Westdeutschland.
Für exakte Werte konsultieren Sie Ihre regionale Innung.
Was verdient ein Elektriker nach dem aktuellen Tarifvertrag?
Ein Elektriker verdient laut aktuellem Tarifvertrag (Entgelttarifvertrag Elektrohandwerk, gültig ab 01.01.2024) im Durchschnitt 2.800€ bis 3.150€ brutto pro Monat. Der tarifliche Stundenlohn liegt bei 17,00€ bis 19,00€.
Tarifpartner sind Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und IG Metall.
Tarifvertrag
Entgelttarifvertrag Elektrohandwerk
Gültig ab
01.01.2024
Wochenarbeitszeit
38 Stunden
Urlaubstage
30 Tage
Entgelttabelle Elektriker
Alle Angaben sind Bruttowerte. Regionale Unterschiede möglich.
| Gruppe | Beschreibung | Beispiele | Stundenlohn | Monatsgehalt |
|---|---|---|---|---|
| E1 | Einfache Hilfstätigkeiten ohne Fachkenntnisse | Hilfskraft, Lagerarbeiter | 13,50 - 14,50 € | 2.200 - 2.400 € |
| E2 | Angelernte Tätigkeiten mit Einarbeitung | Angelernte Kraft, Montagehelfer | 14,50 - 16,00 € | 2.400 - 2.650 € |
| E3 | Facharbeiten nach abgeschlossener Ausbildung | Elektroinstallateur, Geselle im ersten Jahr | 17,00 - 19,00 € | 2.800 - 3.150 € |
| E4 | Qualifizierte Facharbeiten mit Berufserfahrung | Erfahrener Geselle, Kundendienstmonteur | 19,00 - 21,50 € | 3.150 - 3.550 € |
| E5 | Spezialisierte Facharbeiten oder Vorarbeitertätigkeiten | Vorarbeiter, Spezialist E-Mobilität | 21,50 - 24,00 € | 3.550 - 3.950 € |
| E6 | Meistertätigkeiten ohne Personalverantwortung | Bauleiter, Technischer Sachbearbeiter | 24,00 - 27,00 € | 3.950 - 4.450 € |
| E7 | Meistertätigkeiten mit Personalverantwortung | Betriebsleiter, Meister mit Teamführung | 27,00 - 32,00 € | 4.450 - 5.300 € |
Hinweis: Die Werte basieren auf aktuellen Tarifverträgen für Westdeutschland. Für verbindliche Angaben kontaktieren Sie Ihre regionale Innung oder Handwerkskammer.
Arbeitgeber-Perspektive
Als Arbeitgeber profitieren Sie von klaren tariflichen Strukturen. Die Transparenz bei Gehaltsangaben erhöht die Qualität der Bewerbungen und verkürzt Besetzungszeiten.
- Tarifliche Bindung schafft Vertrauen bei Fachkräften
- Planbare Lohnkosten durch transparente Gehaltsgruppen
- Übertarifliche Benefits als Differenzierungsmerkmal
Arbeitnehmer-Perspektive
Mit 2.800€ bis 3.150€ brutto bietet der Tarifvertrag für Elektriker eine solide Grundlage. Mit Spezialisierungen und Weiterbildungen sind höhere Einstufungen erreichbar.
- Tarifliche Gehaltsgarantie mit regelmäßigen Erhöhungen
- Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit
- Betriebliche Zusatzleistungen oft zusätzlich zum Tarif
Karrieremöglichkeiten im Elektriker
Vom Berufseinsteiger bis zum Meister: So entwickelt sich das Gehalt im Elektriker-Beruf.
Tarifliche Zulagen
Zusätzlich zum Grundgehalt können folgende Zulagen anfallen.
Erschwerniszulage
10-15%
Bei besonders belastenden Arbeiten (Schmutz, Höhe, Hitze)
Montagezulage
5-20 €/Tag
Bei auswärtiger Montage mit Übernachtung
Bereitschaftszulage
3-5 €/Stunde
Für Rufbereitschaft außerhalb der Arbeitszeit
Nachtarbeitszuschlag
25%
Für Arbeit zwischen 22 und 6 Uhr
Sonntagszuschlag
50%
Für Arbeit an Sonntagen
Feiertagszuschlag
100%
Für Arbeit an gesetzlichen Feiertagen
Sonderzahlungen
Urlaubsgeld: 50% eines Monatsgehalts (je nach Region)
Weihnachtsgeld: 50-100% eines Monatsgehalts (je nach Betriebszugehörigkeit)
Vermögenswirksame Leistungen: bis 40 €/Monat
Übertariflich attraktiv sein
Diese Benefits machen Ihr Angebot für Fachkräfte interessanter, oft günstiger als Gehaltserhöhungen.
Firmenwagen zur privaten Nutzung – oft attraktiver als Gehaltserhöhung
Betriebliche Altersvorsorge mit Arbeitgeberzuschuss
Übernahme von Weiterbildungskosten (Meisterkurs)
Flexible Arbeitszeiten / Gleitzeit für Bürotage
Gesundheitsleistungen (Fitnessstudio, Krankenzusatzversicherung)
Prämien für Neukundengewinnung oder abgeschlossene Projekte
Tarif-Historie & Entwicklung
Die Geschichte der Elektriker-Tarife ist eine Chronik der technologischen Revolution. Zu Beginn des 20.
Jahrhunderts galten Elektriker oft als "Bauschlosser mit Drahtverstand".
Doch mit der zunehmenden Elektrifizierung von Industrie und Haushalten stieg die Komplexität und damit die Bedeutung einer fairen Entlohnung.
In den 1950er Jahren festigten sich die ersten Flächentarifverträge, die eine klare Trennung zwischen Hilfskräften und ausgebildeten Gesellen (Ecklohn) zogen.
Ein entscheidender Wendepunkt war die Einführung der Elektronik und später der Informationstechnik in das Elektrohandwerk.
In den 1990er Jahren wurden die Tarifgruppen grundlegend reformiert, um Spezialisierungen in der Gebäudesystemtechnik (KNX) und der industriellen Automatisierung abzubilden.
Heute, im Jahr 2026, wird der Tarifvertrag maßgeblich durch die Themen E-Mobilität und erneuerbare Energien geprägt.
Die Sozialpartner haben erkannt, dass der Elektriker das Schlüsselgewerk für die digitale und energetische Souveränität Deutschlands ist.
Entsprechend dynamisch haben sich die Löhne entwickelt, wobei heute insbesondere die Qualifikationsstufen für Systemintegratoren und Hochvolt-Experten überdurchschnittliche Zuwächse verzeichnen.
Karrierepfade & Aufstieg
Karrierewege im Elektrohandwerk sind heute so vielfältig wie das Internet der Dinge.
Nach der Ausbildung (E3) spezialisieren sich viele Gesellen direkt auf Wachstumsfelder wie Smart Home, Ladeinfrastruktur oder industrielle Steuerungstechnik (SPS).
Diese Spezialisten rücken oft schnell in die Entgeltgruppen E4 und E5 auf, wo sie komplexe Projekte eigenverantwortlich umsetzen. Der klassische Weg zum Elektromeister (E6 & E7) bleibt der Goldstandard für Führungskräfte.
Als Meister leiten Sie nicht nur Baustellen und Teams, sondern sichern auch die rechtliche Konformität der Installationen gegenüber den Energieversorgern (Eintragung ins Installateurverzeichnis).
Alternativ bietet der "Staatlich geprüfte Techniker, Fachrichtung Elektrotechnik" gute Chancen in der technischen Planung, im Vertrieb von erklärungsbedürftigen Systemen oder in der Entwicklung von Smart-City-Lösungen.
Für junge Talente ist zudem der Pfad zum "Projektleiter für Gebäudesystemtechnik" hochattraktiv, da er technisches Know-how mit Managementkompetenz verbindet – eine Schnittstelle
die 2026 im Handwerk extrem rar und entsprechend hoch dotiert ist.
Förderung & Unterstützung
Die Förderung der Weiterbildung im Elektrohandwerk ist vorbildlich strukturiert, um den rasanten technologischen Wandel abzufangen.
Das Aufstiegs-BAföG deckt den Großteil der Kosten für Meisterschulen und Technikerlehrgänge ab und bietet eine verlässliche Basis für den Lebensunterhalt während der Fortbildungszeit.
Ergänzend dazu vergeben viele Landesverbände des ZVEH eigene Förderpreise und Stipendien für besonders engagierte Nachwuchskräfte.
Ein wichtiger Hebel für Betriebe ist das Qualifizierungschancengesetz, das insbesondere bei der Umschulung auf neue Technologien wie Wasserstoff-Brennstoffzellen oder bidirektionales Laden greift.
Hier können Arbeitgeber erhebliche Zuschüsse zu den Lehrgangskosten und zum Arbeitsentgelt erhalten.
Auch das "Weiterbildungsstipendium" für junge Talente unter 25 Jahren bietet mit bis zu 8.100 Euro einen starken Anreiz für anspruchsvolle Zertifizierungen (z.B. zertifizierter KNX-Partner).
In vielen Bundesländern wird zudem die "Meisterprämie" direkt nach Bestehen der Prüfung ausgezahlt, was die Eigenleistung der Fachkräfte würdigt.
Diese finanzielle Unterstützung stellt sicher, dass das Elektrohandwerk auch 2026 das Gewerk mit der höchsten Innovationskraft bleibt.
Häufige Fragen zum Elektriker-Tarif
Was verdient ein Elektrikergeselle nach Tarif?
Ein Elektrikergeselle verdient nach Tarif (Entgeltgruppe E3-E4) zwischen 2.800 und 3.550 € brutto pro Monat. Mit Berufserfahrung und Spezialisierung (E5) sind bis zu 3.950 € möglich.
Was verdient ein Elektromeister nach Tarif?
Ein Elektromeister verdient nach Tarif (E6-E7) zwischen 3.950 und 5.300 € brutto. Mit Personalverantwortung und in größeren Betrieben sind auch höhere Gehälter üblich.
Muss ich als Arbeitgeber nach Tarif zahlen?
Nur wenn Sie tarifgebunden sind (Mitglied im Arbeitgeberverband). Ohne Tarifbindung gelten nur die gesetzlichen Mindestlöhne. Viele Betriebe orientieren sich aber am Tarif, um wettbewerbsfähig zu sein.
Wie kann ich übertariflich attraktiv sein?
Neben höherem Gehalt wirken vor allem: Firmenwagen, 30 Tage Urlaub, betriebliche Altersvorsorge, Weiterbildungsbudget und flexible Arbeitszeiten. Diese Benefits sind oft günstiger als reine Gehaltserhöhungen.
Lohnt sich ein Wechsel zu einem tarifgebundenen Betrieb?
Ja. Tarifgebundene Betriebe bieten planbare Gehaltsentwicklungen, geregelte Arbeitszeiten und soziale Absicherung.
Mit 2.800€ bis 3.150€ brutto im Monat sind tarifgebundene Stellen im Elektriker-Bereich konkurrenzfähig. Hinzu kommen oft übertarifliche Benefits wie Firmenwagen, betriebliche Altersvorsorge oder Weiterbildungsbudgets.
Welche regionalen Unterschiede gibt es bei den Tarifen?
Die Tarifverträge werden auf Landes- oder Bundesebene verhandelt. In Westdeutschland (besonders Bayern, Baden-Württemberg und Hessen) liegen die Tarife oft über dem Durchschnitt.
In Ostdeutschland findet eine schrittweise Angleichung statt. Unsere regionalen Tarifseiten zeigen die genauen Werte für jedes Bundesland.
Was bringt eine Weiterbildung im Elektriker-Beruf?
Je nach Spezialisierung und Tarifgruppe sind deutliche Gehaltssprünge möglich. Ein Elektriker-Geselle (Tarifgruppe E3) verdient durchschnittlich 2.800€ bis 3.150€.
Mit Weiterbildung zum Vorarbeiter oder Meister steigt das Gehalt auf 3.550€ bis 4.450€+.
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