Tariftabelle 2026

Tarif SHK Entgelttabelle & Gehälter

Die Tarifverträge im SHK-Handwerk werden auf Landesebene verhandelt. Die gezeigten Werte sind Richtwerte für tarifgebundene Betriebe in Westdeutschland.

Was verdient ein SHK nach dem aktuellen Tarifvertrag?

Ein SHK verdient laut aktuellem Tarifvertrag (Rahmentarifvertrag Sanitär-Heizung-Klima, gültig ab 01.04.2024) im Durchschnitt 2.900€ bis 3.300€ brutto pro Monat. Der tarifliche Stundenlohn liegt bei 17,50€ bis 20,00€.

Tarifpartner sind Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) und IG Metall / IG Bauen-Agrar-Umwelt.

Tarifvertrag

Rahmentarifvertrag Sanitär-Heizung-Klima

Gültig ab

01.04.2024

Wochenarbeitszeit

38 Stunden

Urlaubstage

30 Tage

Entgelttabelle SHK

Alle Angaben sind Bruttowerte. Regionale Unterschiede möglich.

Gruppe Beschreibung Beispiele Stundenlohn Monatsgehalt
LG 1 Hilfsarbeiten ohne Fachkenntnisse Hilfskraft, Lagerarbeiter 13,50 - 15,00 € 2.250 - 2.500 €
LG 2 Angelernte Montagearbeiten Montagehelfer, Angelernte Kraft 15,00 - 17,00 € 2.500 - 2.800 €
LG 3 Facharbeiten nach Ausbildung Anlagenmechaniker Geselle, Installateur 17,50 - 20,00 € 2.900 - 3.300 €
LG 4 Qualifizierte Facharbeiten Erfahrener Geselle, Kundendienstmonteur 20,00 - 23,00 € 3.300 - 3.800 €
LG 5 Spezialisierte Fachtätigkeiten / Vorarbeiter Wärmepumpen-Spezialist, Vorarbeiter 23,00 - 26,00 € 3.800 - 4.300 €
LG 6 Meistertätigkeiten SHK-Meister, Bauleiter 26,00 - 30,00 € 4.300 - 5.000 €
LG 7 Leitende Meistertätigkeiten Betriebsleiter, Technischer Leiter 30,00 - 35,00 € 5.000 - 5.800 €

Hinweis: Die Werte basieren auf aktuellen Tarifverträgen für Westdeutschland. Für verbindliche Angaben kontaktieren Sie Ihre regionale Innung oder Handwerkskammer.

Arbeitgeber-Perspektive

Als Arbeitgeber profitieren Sie von klaren tariflichen Strukturen. Die Transparenz bei Gehaltsangaben erhöht die Qualität der Bewerbungen und verkürzt Besetzungszeiten.

  • Tarifliche Bindung schafft Vertrauen bei Fachkräften
  • Planbare Lohnkosten durch transparente Gehaltsgruppen
  • Übertarifliche Benefits als Differenzierungsmerkmal

Arbeitnehmer-Perspektive

Mit 2.900€ bis 3.300€ brutto bietet der Tarifvertrag für SHK eine solide Grundlage. Mit Spezialisierungen und Weiterbildungen sind höhere Einstufungen erreichbar.

  • Tarifliche Gehaltsgarantie mit regelmäßigen Erhöhungen
  • Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit
  • Betriebliche Zusatzleistungen oft zusätzlich zum Tarif

Karrieremöglichkeiten im SHK

Vom Berufseinsteiger bis zum Meister: So entwickelt sich das Gehalt im SHK-Beruf.

Nach Ausbildung
LG 3
Facharbeiten nach Ausbildung
2.900 bis 3.300 €
17,50 bis 20,00 €/Std.
2-3 Jahre Erfahrung
LG 4
Qualifizierte Facharbeiten
3.300 bis 3.800 €
20,00 bis 23,00 €/Std.
5+ Jahre Erfahrung
LG 5
Spezialisierte Fachtätigkeiten / Vorarbeiter
3.800 bis 4.300 €
23,00 bis 26,00 €/Std.
Führungsebene
LG 6
Meistertätigkeiten
4.300 bis 5.000 €
26,00 bis 30,00 €/Std.

Tarifliche Zulagen

Zusätzlich zum Grundgehalt können folgende Zulagen anfallen.

Erschwernis-/Schmutzzulage

10-20%

Bei Arbeiten unter erschwerten Bedingungen

Montagezulage

10-25 €/Tag

Bei auswärtiger Montage

Notdienstzulage

4-6 €/Stunde

Für Bereitschaftsdienste

Nachtarbeitszuschlag

25%

22-6 Uhr

Sonntagszuschlag

50%

Sonntagsarbeit

Feiertagszuschlag

100%

Feiertagsarbeit

Sonderzahlungen

Urlaubsgeld: Tariflich geregelt (je nach Bundesland)

13. Monatsgehalt / Weihnachtsgeld: 25-100% (betriebsabhängig)

Vermögenswirksame Leistungen: bis 40 €/Monat

Übertariflich attraktiv sein

Diese Benefits machen Ihr Angebot für Fachkräfte interessanter, oft günstiger als Gehaltserhöhungen.

Firmenwagen mit Privatnutzung – wichtigstes Benefit im SHK

Notdienstpauschalen klar regeln und attraktiv gestalten

Wärmepumpen-Zertifizierung als bezahlte Weiterbildung

Smartphone und Tablet für mobile Dokumentation

Betriebliche Altersvorsorge mit Matching

Gesundheitsförderung (Rückenschulung, Physiotherapie-Zuschuss)

Tarif-Historie & Entwicklung

Die Geschichte der Tarife im Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk (SHK) spiegelt den Wandel vom klassischen Klempner zum modernen Anlagenmechaniker für Gebäudetechnik wider.

In den Nachkriegsjahrzehnten lag der Fokus fast ausschließlich auf der Trinkwasserinstallation und einfachen Kohle- oder Ölheizungen. Entsprechend simpel waren die Lohngruppen strukturiert.

Mit der Einführung komplexer Gas-Brennwerttechnik in den 1980ern und der zunehmenden Bedeutung der Klimatechnik stiegen die Anforderungen an die Fachkräfte massiv an.

Die Sozialpartner, allen voran der ZVSHK und die IG Metall, haben das Tarifgefüge über die Jahre hinweg an diese technologische Komplexität angepasst.

Ein bedeutender Meilenstein war die Neuordnung der Ausbildungsgänge im Jahr 2003, die verschiedene Teilberufe zum heutigen "Anlagenmechaniker SHK" verschmolz.

Seitdem haben sich die Tariflöhne stetig nach oben entwickelt, wobei in den letzten Jahren ein besonderer Fokus auf der Honorierung von Spezialwissen im Bereich erneuerbare Energien lag.

Heute, im Jahr 2026, ist das SHK-Handwerk eines der am besten bezahlten Gewerke im Ausbaubereich, was die enorme Verantwortung der Betriebe für die Wärmewende und den Klimaschutz unterstreicht.

Karrierepfade & Aufstieg

Der Karrierepfad im SHK-Handwerk ist heute so dynamisch wie nie zuvor. Nach der dreieinhalbjährigen Ausbildung starten Gesellen in der Lohngruppe 3.

Wer sich als "Kundendienst-Ass" profiliert oder die komplexe Hydraulik von Wärmepumpen-Systemen beherrscht, steigt schnell in die Lohngruppen 4 und 5 auf.

Besonders gefragt sind 2026 Spezialisten für die energetische Sanierung und die Einbindung von Hybrid-Systemen (Wärmepumpe + Photovoltaik).

Für ambitionierte Fachkräfte bietet der Weg zum SHK-Meister (Lohngruppe 6 & 7) die höchste Sicherheit und das größte Einkommenspotenzial.

Der Meisterbrief ist im SHK-Bereich zwingend erforderlich, um einen Betrieb in die Handwerksrolle einzutragen und somit eigenständig Gas- oder Wasseranschlüsse vorzunehmen.

Parallel dazu hat sich der "Staatlich geprüfte Techniker, Fachrichtung Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik" als guter Pfad für diejenigen etabliert, die in die technische Planung, Projektleitung oder in Ingenieurbüros wechseln möchten.

Auch die Weiterbildung zum Gebäudeenergieberater ist für SHK-Profis ein logischer Schritt, um Kunden ganzheitlich bei der Sanierung zu begleiten und so den Auftragswert massiv zu steigern.

Stufe 1
LG 3
Facharbeiten nach Ausbildung
Stufe 2
LG 4
Qualifizierte Facharbeiten
Stufe 3
LG 5
Spezialisierte Fachtätigkeiten / Vorarbeiter
Stufe 4
LG 6
Meistertätigkeiten

Förderung & Unterstützung

Um den enormen Bedarf an Fachkräften für die Wärmewende zu decken, wurden die Förderinstrumente für das SHK-Handwerk massiv ausgebaut. Das Aufstiegs-BAföG ist auch hier das wichtigste Rückgrat für die Meisterausbildung.

Es übernimmt bis zu 75% der Kosten für Lehrgang und Prüfung und bietet während der Fortbildung eine finanzielle Absicherung für den Lebensunterhalt.

Viele Landesregierungen unterstützen dies zusätzlich mit einer Meisterprämie, die nach erfolgreichem Abschluss direkt ausgezahlt wird.

Ein besonderer Fokus liegt 2026 auf der Förderung von herstellerspezifischen Schulungen, insbesondere im Bereich Wärmepumpen und Wasserstofftechnik.

Hier greifen oft Programme der BAFA oder regionale Qualifizierungsschecks, die kleine und mittlere Betriebe bei den Fortbildungskosten ihrer Mitarbeiter entlasten.

Zudem gibt es für junge Gesellen das Weiterbildungsstipendium der SBB, das pro Kopf bis zu 8.100 Euro für anspruchsvolle Kurse bereitstellt.

Arbeitgeber, die in die Zukunft ihrer Mitarbeiter investieren, können zudem das Qualifizierungschancengesetz nutzen, um Lohnkostenzuschüsse während der Weiterbildungszeiten zu erhalten.

Diese finanzielle Flankierung sorgt dafür, dass der Weg vom Gesellen zum Experten nicht an den Kosten scheitert.

Häufige Fragen zum SHK-Tarif

Was verdient ein Anlagenmechaniker SHK nach Tarif?

Ein Anlagenmechaniker SHK verdient nach Tarif (LG 3-4) zwischen 2.900 und 3.800 € brutto. Mit Spezialisierung auf Wärmepumpen oder als Vorarbeiter (LG 5) bis 4.300 €.

Was verdient ein SHK-Meister nach Tarif?

Ein SHK-Meister verdient nach Tarif (LG 6-7) zwischen 4.300 und 5.800 € brutto. In größeren Betrieben oder mit technischer Leitung sind auch höhere Gehälter üblich.

Sind Notdienstzulagen Pflicht?

Für Rufbereitschaft und Notdienste sind Zulagen tariflich vorgesehen. Die genaue Höhe variiert regional. Typisch sind 4-6 € pro Bereitschaftsstunde plus Überstundenzuschläge bei Einsatz.

Wie wichtig ist der Firmenwagen im SHK-Bereich?

Extrem wichtig. Im SHK-Handwerk ist der Firmenwagen mit Privatnutzung das wichtigste Benefit – oft wichtiger als 200-300 € mehr Gehalt. Er signalisiert Wertschätzung und spart dem Mitarbeiter Kosten.

Lohnt sich ein Wechsel zu einem tarifgebundenen Betrieb?

Ja. Tarifgebundene Betriebe bieten planbare Gehaltsentwicklungen, geregelte Arbeitszeiten und soziale Absicherung.

Mit 2.900€ bis 3.300€ brutto im Monat sind tarifgebundene Stellen im SHK-Bereich konkurrenzfähig. Hinzu kommen oft übertarifliche Benefits wie Firmenwagen, betriebliche Altersvorsorge oder Weiterbildungsbudgets.

Welche regionalen Unterschiede gibt es bei den Tarifen?

Die Tarifverträge werden auf Landes- oder Bundesebene verhandelt. In Westdeutschland (besonders Bayern, Baden-Württemberg und Hessen) liegen die Tarife oft über dem Durchschnitt.

In Ostdeutschland findet eine schrittweise Angleichung statt. Unsere regionalen Tarifseiten zeigen die genauen Werte für jedes Bundesland.

Was bringt eine Weiterbildung im SHK-Beruf?

Je nach Spezialisierung und Tarifgruppe sind deutliche Gehaltssprünge möglich. Ein SHK-Geselle (Tarifgruppe LG 3) verdient durchschnittlich 2.900€ bis 3.300€.

Mit Weiterbildung zum Vorarbeiter oder Meister steigt das Gehalt auf 3.800€ bis 5.000€+.

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Berechnungsbeispiel: Anlagenmechaniker SHK Geselle nach Tarif 2025

Ecklohn Geselle

Monatliche Vergütung (Brutto)

38 Std/Woche × 165 Std/Monat

Stundensatz (Ecklohn) 17,40 EUR/Std
Arbeitsstunden/Monat 165 Std
Grundlohn 2.865 EUR
+ Schmutzzulage ca. 80 EUR
+ Fahrtkosten-/Baustellenzulage ca. 70 EUR
+ Höhenzulage ca. 30 EUR
Zulagen gesamt (Beispiel) + 180 EUR
Gesamt-Brutto (Beispiel) 3.045 EUR

Arbeitgeberkosten (Richtwert)

Sozialkasse Keine eigenständige Sozialkasse im SHK-Handwerk; Zusatzversorgung über Tarifvertrag (Arbeitgeberanteil ca. 1,5%, Arbeitnehmeranteil ca. 0,5%)
Arbeitgeberbeiträge (SV) ca. 20% Arbeitgeberanteil (RV, AV, KV, PV, U1/U2)
Gesamtkosten/Monat 3.481 EUR

Der Lohntarifvertrag SHK-Handwerk ist bislang NICHT für allgemeinverbindlich erklärt worden. Die tarifliche Bindung gilt ausschließlich für Mitglieder der Tarifvertragsparteien (ZVSHK auf Arbeitgeberseite, IG Metall auf Arbeitnehmerseite). Nicht-tarifgebundene SHK-Betriebe sind nicht verpflichtet, die Tariflöhne zu zahlen – in der Praxis orientieren sich jedoch viele Betriebe an den Tarifwerten.

§ 5 TVG (Tarifvertragsgesetz)

Berechnung basiert auf dem bundeseinheitlichen Ecklohn Geselle im SHK-Handwerk (ZVSHK / IG Metall). Monatliche Durchschnittsstunden: 38 h/Woche × 52 Wochen ÷ 12 Monate ≈ 164,67 h, gerundet 165 h. Zulagen sind branchenübliche Orientierungswerte; tatsächliche betriebliche Regelungen können abweichen. Nicht enthalten: vermögenswirksame Leistungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld (in der Regel als Jahres-Sonderzahlungen separat geregelt).

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